Von Stefan Segbers · Dividendeninvestor seit 2009 · Aktualisiert am 2. November 2026 · Lesezeit ca. 15 Minuten
Das Wichtigste in Kürze: Mit einem ETF investierst du in einem Schritt in Hunderte oder Tausende Unternehmen – günstig, transparent und jederzeit handelbar. Für die meisten Anleger ist ein breiter Welt-ETF per Sparplan die beste Basis. Wer ein regelmäßiges Einkommen möchte, kann sie mit Dividenden-ETFs oder einzelnen Dividendenaktien ergänzen.
Als ich 2009 mit dem Investieren angefangen habe, waren ETFs in Deutschland noch ein Nischenthema. Heute sind sie für Millionen Menschen der wichtigste Baustein beim Vermögensaufbau. In diesem Ratgeber erkläre ich dir alles, was du für den Einstieg wissen musst: wie ETFs funktionieren, welche Arten es gibt, welche Rendite realistisch ist, welche Risiken du kennen solltest, was sie kosten, wie sie besteuert werden – und wie du in fünf Schritten deinen ersten ETF kaufst.
Was ist ein ETF?
ETF steht für Exchange Traded Fund, auf Deutsch „börsengehandelter Fonds“. Ein ETF bildet einen Index nach, zum Beispiel den DAX mit den 40 größten deutschen Unternehmen oder den MSCI World mit rund 1.300 bis 1.400 Unternehmen aus 23 Industrieländern. Steigt der Index um 10 %, steigt auch der ETF um ungefähr 10 % – abzüglich geringer Kosten.
Anders als bei klassischen Fonds gibt es keinen Fondsmanager, der versucht, durch geschickte Auswahl besser als der Markt abzuschneiden. Der ETF kauft einfach alle Aktien des Index im selben Verhältnis. Deshalb nennt man ETFs auch passive Fonds oder Indexfonds. Weil kein teures Management bezahlt werden muss, sind sie deutlich günstiger.
Ganz wichtig für die Sicherheit: Das Geld in einem ETF ist Sondervermögen. Es gehört rechtlich nicht dem Fondsanbieter, sondern den Anlegern. Geht der Anbieter pleite, bleiben die Aktien im Fonds erhalten. Eine kompakte Erklärung findest du auch im Lexikonbeitrag ETF einfach erklärt.
Kurze Geschichte der ETFs
- 1970er: In den USA entstehen die ersten Indexfonds. Die Idee: Statt den Markt schlagen zu wollen, einfach den ganzen Markt kaufen – zu minimalen Kosten.
- 1990: An der Börse Toronto startet mit den „Toronto 35 Index Participation Units“ der erste börsengehandelte Indexfonds.
- 1993: In den USA folgt der SPDR S&P 500. Er ist bis heute einer der größten und meistgehandelten ETFs der Welt.
- 2000: In Deutschland startet im April an der Börse Frankfurt der Handel mit ETFs, zunächst auf europäische Indizes wie den Euro Stoxx 50.
- Heute: In Deutschland sind mehrere Tausend ETFs handelbar, und ETF-Sparpläne gehören für Millionen Menschen zur Altersvorsorge.
Arten von ETFs
| Art | Was steckt drin? | Einsatz |
|---|---|---|
| Welt-ETFs | Große Unternehmen aus Industrieländern (MSCI World) oder zusätzlich Schwellenländern (MSCI ACWI, FTSE All-World) | Basis für die meisten Depots |
| Länder- und Regionen-ETFs | z. B. DAX, S&P 500, Europa, Schwellenländer | Ergänzung oder gezielte Gewichtung |
| Branchen- und Themen-ETFs | z. B. Gesundheit, Technologie, Robotik, saubere Energie | Beimischung mit höherem Risiko |
| Dividenden-ETFs | Unternehmen mit hoher oder stetig steigender Dividende | regelmäßiges Einkommen |
| Faktor-ETFs (Smart Beta) | Auswahl nach Merkmalen wie günstige Bewertung (Value), Qualität, geringe Schwankung oder kleine Unternehmen | für Fortgeschrittene |
| Anleihen-ETFs | Staats- oder Unternehmensanleihen | Stabilität, sicherer Depotteil |
| Geldmarkt-ETFs | sehr kurz laufende Anleihen, Zinsen ähnlich wie Tagesgeld | Parkplatz für Geld |
Themen-ETFs sind besonders beliebt, weil sie spannende Zukunftsthemen versprechen. Sie sind aber auch riskanter: Sie enthalten oft nur wenige Dutzend Unternehmen, kosten mehr und werden häufig erst aufgelegt, wenn ein Thema schon stark gestiegen ist. Ich nutze sie, wenn überhaupt, nur als kleine Beimischung.
Die Vorteile von ETFs
- Breite Streuung: Mit einem Welt-ETF bist du an Tausenden Unternehmen beteiligt. Die Pleite eines einzelnen fällt kaum ins Gewicht. Mehr dazu unter Diversifikation.
- Niedrige Kosten: Breite ETFs kosten oft nur 0,1 bis 0,3 % pro Jahr. Aktiv gemanagte Fonds verlangen häufig 1,5 bis 2 % und schlagen ihren Vergleichsindex über lange Zeiträume trotzdem nur selten.
- Transparenz: Du siehst jederzeit, welche Unternehmen enthalten sind und nach welchen Regeln der Index zusammengesetzt wird.
- Flexibilität: ETFs sind an jedem Handelstag an der Börse kauf- und verkaufbar. Es gibt keine Kündigungsfristen.
- Ideal für Sparpläne: Viele Broker bieten ETF-Sparpläne ab 1 bis 25 € im Monat an, oft ohne Ordergebühr.
- Wenig Aufwand: Du musst keine Geschäftsberichte lesen und keine Einzelaktien beobachten.
- Sicherheit als Sondervermögen: Dein Geld ist bei einer Pleite des Anbieters geschützt.
Welche Rendite ist realistisch?
Ein ETF bringt genau die Rendite seines Index, abzüglich Kosten. Breite Aktienmärkte haben über lange Zeiträume historisch etwa 6 bis 8 % pro Jahr erzielt, einschließlich wieder angelegter Dividenden. Das ist ein Durchschnitt über Jahrzehnte: Einzelne Jahre lagen weit darüber, andere tief im Minus. Eine Garantie für die Zukunft gibt es nicht.
Was das für einen Sparplan mit 200 € im Monat über 25 Jahre bedeutet (60.000 € eingezahlt):
| Rendite pro Jahr | Endkapital nach 25 Jahren | davon Erträge |
|---|---|---|
| 4 % (vorsichtig) | 102.826 € | 42.826 € |
| 6 % (mittel) | 138.599 € | 78.599 € |
| 8 % (optimistisch) | 190.205 € | 130.205 € |
Der Grund für das starke Wachstum ist der Zinseszins. Für die eigene Planung rechne ich lieber mit dem vorsichtigen Wert. Wird es mehr, umso besser.
Die Risiken von ETFs
- Marktrisiko: Ein ETF schützt nicht vor Börsencrashs. In der Finanzkrise 2008/2009 verloren breite Weltindizes zeitweise mehr als die Hälfte ihres Werts, im Corona-Crash 2020 rund ein Drittel innerhalb weniger Wochen. Wer in solchen Phasen verkaufen muss oder in Panik verkauft, macht echte Verluste. Mehr unter Volatilität.
- Klumpenrisiko: Auch breite Indizes sind nicht perfekt gestreut. Im MSCI World machen US-Unternehmen rund 70 % aus, und wenige große Technologiekonzerne haben ein sehr hohes Gewicht.
- Währungsrisiko: Ein Welt-ETF enthält vor allem Aktien in Dollar und anderen Währungen. Fällt der Dollar gegenüber dem Euro, sinkt der Wert deines ETFs in Euro – auch wenn die Aktien selbst nicht gefallen sind.
- Abweichung vom Index (Tracking Difference): Kosten, Steuern und Handel führen dazu, dass ein ETF etwas schlechter oder in Einzelfällen sogar etwas besser als sein Index abschneidet.
- Kleine und spezielle ETFs: Sehr kleine Fonds werden häufiger geschlossen oder mit anderen zusammengelegt. Bei exotischen ETFs kann der Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufskurs (Spread) hoch sein.
- Synthetische ETFs: Sie bilden den Index über ein Tauschgeschäft mit einer Bank nach. Fällt die Bank aus, kann ein kleiner Teil des Vermögens betroffen sein. Für europäische ETFs ist dieses Risiko gesetzlich auf 10 % begrenzt.
Was kostet ein ETF?
- Laufende Kosten (TER): Werden automatisch aus dem Fondsvermögen bezahlt. Bei breiten Index-ETFs 0,05 bis 0,3 %, bei Themen-ETFs oft 0,4 bis 0,7 % pro Jahr.
- Tracking Difference: Die tatsächliche Abweichung vom Index über ein Jahr. Sie ist aussagekräftiger als die TER und auf Vergleichsportalen zu finden.
- Ordergebühren: Bei vielen Online-Brokern kosten Sparpläne nichts, Einzelkäufe 0 bis 10 €. Achtung bei kleinen Beträgen: 1 € Gebühr auf eine Sparrate von 25 € sind 4 %.
- Spread: Der Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Bei großen ETFs meist nur wenige Hundertstel Prozent.
- Depotgebühren: Bei den meisten Online-Brokern heute 0 €.
Warum Kosten so wichtig sind, zeigt ein Beispiel: 200 € im Monat über 30 Jahre, 6 % Marktrendite. Mit 0,2 % laufenden Kosten bleiben rund 193.400 €, mit 1,0 % rund 166.500 € und mit 1,8 %, wie bei vielen aktiven Fonds, nur rund 143.900 €. Fast 50.000 € Unterschied – nur durch Gebühren.
ETFs und Steuern
- Abgeltungsteuer: Auf Ausschüttungen und Gewinne beim Verkauf fallen 25 % Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer an.
- Teilfreistellung: Bei Aktien-ETFs (mindestens 51 % Aktien) sind 30 % der Erträge steuerfrei, bei Mischfonds 15 %. Grund: Der Fonds hat auf die Dividenden bereits selbst Steuern gezahlt.
- Vorabpauschale: Bei thesaurierenden ETFs wird jedes Jahr Anfang Januar eine fiktive Mindestausschüttung besteuert, die sich am Basiszins orientiert. Sie wird beim späteren Verkauf angerechnet, du zahlst also nicht doppelt.
- Freibetrag: Mit einem Freistellungsauftrag bleiben Erträge bis 1.000 € im Jahr (Ehepaare 2.000 €) steuerfrei.
- Quellensteuer: Fällt im Fonds an und mindert dessen Ertrag. ETFs mit Sitz in Irland zahlen auf US-Dividenden meist nur 15 %. Mehr unter Quellensteuer.
Rechenbeispiel: Dein Aktien-ETF schüttet 1.000 € aus, dein Freibetrag ist schon aufgebraucht. Steuerpflichtig sind nur 700 €, darauf zahlst du 184,62 € (ohne Kirchensteuer). Bei 1.000 € Dividende aus einer Einzelaktie wären es 263,75 €.
Für wen sind ETFs geeignet?
ETFs passen zu fast allen, die langfristig Vermögen aufbauen wollen – besonders zu:
- Einsteigern, die ohne viel Vorwissen breit gestreut anfangen wollen,
- Berufstätigen mit wenig Zeit, die sich nicht um Einzelaktien kümmern möchten,
- Sparern mit kleinen Beträgen, die per Sparplan monatlich investieren,
- der Altersvorsorge mit einem Anlagehorizont von 15 Jahren und mehr,
- Dividendenanlegern, die ein breites Fundament neben ihren Einzelaktien suchen.
Weniger geeignet sind Aktien-ETFs für Geld, das du in den nächsten Jahren brauchst – etwa für ein Auto oder eine Immobilie. Und bevor du investierst, sollte ein Notgroschen von drei bis sechs Monatsausgaben auf dem Tagesgeldkonto liegen. Ob du bereit bist, zeigt dir mein Finanz-Check.
ETF-Sparplan oder Einmalanlage?
| Sparplan | Einmalanlage | |
|---|---|---|
| Geeignet für | regelmäßiges Sparen aus dem Einkommen | vorhandenes Kapital, z. B. Erbe oder Bonus |
| Einstiegszeitpunkt | verteilt, kein Timing nötig | alles auf einmal |
| Rendite im Schnitt | etwas geringer, weil das Geld später investiert ist | historisch meist höher, weil Märkte öfter steigen als fallen |
| Psychologie | sehr entspannt, Kursrückgänge werden zur Chance | schwer auszuhalten, wenn kurz danach ein Crash kommt |
Untersuchungen, etwa des Fondsanbieters Vanguard, kommen zu dem Ergebnis, dass eine Einmalanlage in rund zwei von drei historischen Zeiträumen besser abgeschnitten hat als eine schrittweise Anlage. Trotzdem ist der Sparplan für viele die bessere Wahl, weil er zum Einkommen passt und man ihn auch in Krisen durchhält. Ein guter Mittelweg für größere Summen: das Kapital über sechs bis zwölf Monate verteilt anlegen. Alle Details zum Sparplan und zum Durchschnittskosteneffekt findest du im eigenen Beitrag.
ETF oder Einzelaktien?
| ETF | Einzelaktien | |
|---|---|---|
| Streuung | sofort sehr breit | muss selbst aufgebaut werden, sinnvoll ab 15 bis 30 Werten |
| Aufwand | gering | hoch: Unternehmen analysieren und beobachten |
| Rendite | Marktdurchschnitt | mehr oder weniger als der Markt möglich |
| Kosten | laufende Kosten, aber kaum Handel nötig | keine laufenden Kosten, aber mehr Ordergebühren |
| Dividenden | gemischt, über den ganzen Markt | gezielt auswählbar, Einkommen planbar |
| Lerneffekt | gering | hoch – man versteht Unternehmen und Kennzahlen |
Ich selbst mache beides: Ein breiter ETF bildet das Fundament, und mit einzelnen Dividendenaktien baue ich gezielt mein passives Einkommen aus. Wer Einzelaktien kaufen will, sollte Kennzahlen wie Dividendenrendite, Ausschüttungsquote und KGV verstehen. Über 6.000 Aktien bewertet der Dividenden-Check.
Dividenden-ETFs: Vor- und Nachteile
Dividenden-ETFs bilden Indizes ab, die gezielt Unternehmen mit hoher oder stetig wachsender Dividende enthalten. Bekannte Indizes sind zum Beispiel der FTSE All-World High Dividend Yield, der MSCI World High Dividend Yield, der S&P Global Dividend Aristocrats oder der STOXX Global Select Dividend 100. Sie unterscheiden sich stark: Manche wählen nach der höchsten Rendite aus, andere nach der Zahl der Jahre mit Dividendenerhöhungen.
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Höhere laufende Ausschüttungen als ein Welt-ETF, oft 3 bis 5 % pro Jahr | Starke Gewichtung von Banken, Versicherungen, Energie und Versorgern |
| Planbares Einkommen, meist vierteljährliche Ausschüttung | Technologie- und Wachstumswerte sind kaum enthalten |
| Breite Streuung über viele Dividendenzahler | Ausschüttungen werden jährlich besteuert, das bremst den Zinseszins |
| Psychologisch angenehm: Geld fließt auch in Krisen | Etwas höhere Kosten als breite Welt-ETFs |
| Keine Einzelaktienauswahl nötig | Indizes nach höchster Rendite enthalten auch „Dividendenfallen“ |
Ein Beispiel: 100.000 € in einem Dividenden-ETF mit 3,5 % Ausschüttungsrendite bringen rund 3.500 € im Jahr. Nach Teilfreistellung und Abgeltungsteuer bleiben ohne Freibetrag etwa 2.854 € netto, also knapp 240 € im Monat. Wie viel Kapital du für dein Wunsch-Einkommen brauchst, rechnest du im Dividenden-Rechner aus.
Meine Einschätzung: Für maximales Vermögenswachstum ist ein breiter, thesaurierender Welt-ETF meist die bessere Wahl. Dividenden-ETFs spielen ihre Stärke aus, wenn du bereits ein Einkommen aus deinem Depot beziehen willst – etwa in der Rente – oder wenn dir regelmäßige Zahlungen helfen, auch in Krisen investiert zu bleiben.
ETF auswählen: die wichtigsten Kriterien
- Index: Er bestimmt, was du kaufst – und ist die wichtigste Entscheidung. Für den Start: ein Weltindex (MSCI World, MSCI ACWI oder FTSE All-World).
- Kosten: TER und vor allem Tracking Difference vergleichen.
- Fondsgröße: Über 500 Mio. € gilt als solide, über 100 Mio. € als ausreichend.
- Alter: Ein ETF, der seit mehreren Jahren besteht, hat seine Qualität bereits gezeigt.
- Ertragsverwendung: Ausschüttend für Einkommen, thesaurierend für Vermögensaufbau.
- Replikation: Physisch (kauft die Aktien wirklich) oder synthetisch (Tauschgeschäft). Beides ist reguliert, physisch ist leichter zu verstehen.
- Fondssitz: Irland ist bei Aktien mit hohem US-Anteil steuerlich oft im Vorteil.
- Sparplanfähigkeit: Prüfen, ob dein Broker den ETF kostenlos als Sparplan anbietet.
In 5 Schritten zum ersten ETF
- Notgroschen aufbauen: Drei bis sechs Monatsausgaben auf dem Tagesgeldkonto. So musst du in einer Krise nie verkaufen.
- Depot eröffnen: Ein Online-Broker mit kostenlosen ETF-Sparplänen ist für die meisten die günstigste Lösung. Die Eröffnung dauert online meist nur wenige Minuten.
- Freistellungsauftrag erteilen: Damit bis zu 1.000 € Erträge im Jahr steuerfrei bleiben. Anleitung: Freistellungsauftrag in 2 Minuten.
- ETF auswählen: Mit den Kriterien oben. Für den Anfang reicht ein einziger breiter Welt-ETF völlig.
- Sparplan einrichten – und laufen lassen: Betrag festlegen, den du auch in schwierigen Monaten aufbringen kannst. Dann möglichst selten ins Depot schauen. Wie man mit kleinen Beträgen anfängt, zeigt Mit 50 € im Monat an die Börse.
Häufige Fehler bei ETFs
- Im Crash verkaufen: Der teuerste Fehler überhaupt. Wer 2020 im März verkauft hat, hat die schnelle Erholung danach verpasst.
- Zu viele ETFs: Fünf ETFs, die sich zu großen Teilen überschneiden, streuen nicht besser als einer.
- Dem Trend hinterherlaufen: Themen-ETFs kaufen, nachdem sie stark gestiegen sind.
- Nur auf die TER schauen: Der Index ist viel wichtiger als 0,05 % Kostenunterschied.
- Ständig umschichten: Jeder Wechsel kostet Gebühren und gegebenenfalls Steuern.
- Ohne Notgroschen investieren: Dann zwingt dich eine kaputte Waschmaschine zum Verkauf im falschen Moment.
Fazit
ETFs sind für die meisten Menschen der einfachste und günstigste Weg, am Wachstum der Weltwirtschaft teilzuhaben. Ein breiter Welt-ETF per Sparplan, ein Notgroschen und die Geduld, auch Crashs auszusitzen – mehr braucht es für den Anfang nicht. Wer wie ich ein passives Einkommen aus Dividenden aufbauen will, kann darauf mit Dividenden-ETFs oder ausgewählten Dividendenaktien aufbauen. Wann welche Aktie zahlt, zeigt mein Dividendenkalender.
Häufige Fragen zu ETFs
Welcher ETF ist für Anfänger am besten?
Für die meisten Einsteiger ist ein breiter Welt-ETF die beste Basis, etwa auf den MSCI World, den MSCI ACWI oder den FTSE All-World. Er streut über Tausende Unternehmen weltweit und kostet meist nur 0,1 bis 0,3 % im Jahr.
Wie viel Geld brauche ich, um mit ETFs anzufangen?
Viele Broker bieten ETF-Sparpläne schon ab 1 bis 25 € im Monat an, oft ohne Ordergebühr. Wichtiger als die Höhe ist, früh anzufangen und regelmäßig dabeizubleiben.
Kann man mit ETFs Geld verlieren?
Ja. ETFs schwanken mit dem Markt und können in Krisen deutlich fallen. Über lange Zeiträume haben breite Aktienmärkte sich historisch aber immer wieder erholt. Ein Totalverlust ist bei breit gestreuten ETFs sehr unwahrscheinlich.
Ausschüttend oder thesaurierend – was ist besser?
Thesaurierende ETFs legen Erträge automatisch wieder an und eignen sich für den Vermögensaufbau. Ausschüttende ETFs zahlen die Erträge aus und eignen sich, wenn du ein Einkommen möchtest oder deinen Freibetrag mit Ausschüttungen nutzen willst.
Wie werden ETFs versteuert?
Auf Ausschüttungen und Verkaufsgewinne fällt Abgeltungsteuer an. Bei Aktien-ETFs sind 30 % der Erträge steuerfrei (Teilfreistellung). Bei thesaurierenden ETFs wird jährlich die Vorabpauschale besteuert. Bis 1.000 € im Jahr (Ehepaare 2.000 €) bleiben Erträge mit Freistellungsauftrag steuerfrei.
Lohnen sich Dividenden-ETFs?
Für ein regelmäßiges Einkommen ja, etwa in der Rente. Für maximales Vermögenswachstum ist ein breiter, thesaurierender Welt-ETF meist besser, weil Dividenden-ETFs stark auf wenige Branchen konzentriert sind und Ausschüttungen jährlich besteuert werden.
Zuletzt aktualisiert: 2. November 2026. Keine Anlage- oder Steuerberatung. Alle Rechenbeispiele vor Steuern, Kosten und Inflation, sofern nicht anders angegeben.
