Ist meine Aktie günstig – oder zahle ich zu viel? Diese Frage stelle ich mir vor jedem Kauf. Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an, wie man rechnet. Warren Buffett schaut auf die künftigen Cashflows, Benjamin Graham auf die Substanz, Peter Lynch auf das Wachstum. Deshalb habe ich meinen Dividenden-Check komplett neu gebaut – und ihn deutlich größer gemacht.
Was ist neu?
- Über 6.000 Dividendenaktien statt 533: aus den USA, Kanada, Großbritannien, Deutschland und 14 weiteren europäischen Ländern, Japan und Australien.
- 11 Bewertungsmethoden, einzeln an- und abwählbar: Du entscheidest, welche Methoden in den fairen Wert einfließen.
- Investoren-Profile: Ein Klick, und du siehst die Aktie so, wie Warren Buffett, Benjamin Graham, Ken Fisher, Peter Lynch oder André Kostolany sie bewerten würden.
- Qualitäts-Check nach Buffett und Graham: Eigenkapitalrendite, Verschuldung, KGV × KBV, Dividendenserie und Ausschüttungsquote auf einen Blick.
- Chartanalyse: 200- und 50-Tage-Linie, RSI, 52-Wochen-Spanne und Momentum.
- Kurzbeschreibung zu jedem Unternehmen und ein Filter nach Ländern in der Rangliste.
Die 11 Methoden im Überblick
Multiplikatoren – der schnelle Blick
- KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis): der Klassiker. Gewinn je Aktie mal einem fairen KGV, das du selbst einstellst.
- KBV (Kurs-Buchwert-Verhältnis): misst die Substanz – besonders aussagekräftig bei Banken, Versicherern und Industrie.
- Graham-Zahl: Benjamin Grahams Obergrenze, bei der KGV mal KBV höchstens 22,5 ergibt.
- KUV (Kurs-Umsatz-Verhältnis): bekannt gemacht von Ken Fisher, weil Umsätze stabiler sind als Gewinne.
- KCV (Kurs-Cashflow-Verhältnis): Cashflow lässt sich schwerer schönrechnen als der Gewinn.
- PEG: Peter Lynchs Idee – das KGV im Verhältnis zum Wachstum. Ein Unternehmen, das um 15 % im Jahr wächst, darf ein KGV von 15 haben.
Barwertverfahren – was ist die Zukunft heute wert?
- DCF-Verfahren: zinst alle künftigen freien Cashflows auf heute ab. So denkt Buffett über den „inneren Wert“.
- Dividendenmodell nach Gordon: bewertet die Aktie rein über ihre künftigen Dividenden – für uns Dividendenanleger besonders spannend.
Substanzwertverfahren – was steckt drin?
- Substanzwert: das materielle Eigenkapital je Aktie, ohne Firmenwerte und Markenrechte.
- Liquidationswert: Grahams „Net-Net“ – Umlaufvermögen minus alle Schulden. Bei den meisten Firmen negativ, aber wenn nicht, wird es interessant.
Dazu kommt als elfte Methode das Kursziel der Analysten. Der faire Wert ist der Durchschnitt der Methoden, die du auswählst – und deine Auswahl gilt auch für die Rangliste.
Und die Chartanalyse?
Die technische Analyse ignoriert Bilanzen und schaut nur auf Kurse: Liegt die Aktie über der 200-Tage-Linie? Ist sie überkauft oder überverkauft? Der Check liest diese Signale auf zwei Arten – einmal als Trendfolger („der Trend ist dein Freund“) und einmal antizyklisch im Sinne von André Kostolany: Kaufen, wenn die Stimmung schlecht ist und die „Zittrigen“ verkaufen, vorsichtig sein, wenn alle euphorisch sind.
Ein Beispiel: Toyota
Toyota bekommt im Dividenden-Score starke 88 von 100 Punkten. Nach der KGV-Methode und der Graham-Zahl liegt der faire Wert rund 60 % über dem Kurs, das Dividendenmodell sieht die Aktie dagegen 14 % zu teuer. Genau das ist der Punkt: Jede Methode hat blinde Flecken. Je mehr Methoden in dieselbe Richtung zeigen, desto belastbarer ist die Einschätzung.
Spannend auch: Coca-Cola wirkt nach KGV und DCF teuer – und trotzdem hält Buffett die Aktie seit 1988. Qualität, Marke und Burggraben stehen in keiner Formel. Darum gibt es zusätzlich den Qualitäts-Check.
So nutzt du den Check
- Aktie suchen – per Name oder Ticker, zum Beispiel Allianz, Nestlé oder 7203.T für Toyota.
- Dividenden-Score und Kennzahlen ansehen.
- Ein Investoren-Profil anklicken oder die Methoden selbst zusammenstellen.
- Regler für Zielrendite, faires KGV oder Wachstum nach deinen eigenen Annahmen verschieben.
- In der Rangliste nach Land, Sektor und Mindestrendite filtern.
Welche Aktie soll ich als Nächstes durch den Check jagen? Schreib sie mir in die Kommentare – und sag mir gern, welche Methode du am liebsten nutzt.
Daten: Yahoo Finance, Stand 15.10.2026. Die Daten werden nicht live aktualisiert und können Fehler enthalten. Keine Anlageberatung: Score, fairer Wert und Chartsignale sind vereinfachte Rechenmodelle und keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren. Die Investoren-Profile sind meine Interpretation bekannter Anlagestrategien.
