Wer nur deutsche Aktien im Depot hat, kennt das: Im April und Mai regnet es Dividenden, und danach kommt monatelang fast nichts. Das liegt daran, dass deutsche Unternehmen meist nur einmal im Jahr nach ihrer Hauptversammlung zahlen. In meinem DAX-Dividendenkalender fließen allein im Mai 22 von 39 Dividenden, von August bis Januar keine einzige.
Wenn du lieber jeden Monat eine Zahlung sehen willst, geht das mit einem einfachen Bauplan.
Der Trick: drei Quartalsrhythmen
US-Unternehmen zahlen fast immer vierteljährlich. Im S&P 500 sind es 392 von 401 Dividendenzahlern. Ihre Ex-Tage folgen einem von drei Rhythmen:
| Rhythmus | Ex-Monate | Beispiele aus dem S&P 500 |
|---|---|---|
| A | Januar · April · Juli · Oktober | Procter & Gamble, Accenture, Colgate-Palmolive, Zoetis, Lowe’s, PNC |
| B | Februar · Mai · August · November | Johnson & Johnson, Microsoft, Chevron, NextEra Energy, Target, Snap-on |
| C | März · Juni · September · Dezember | McDonald’s, Coca-Cola, PepsiCo, Home Depot, UnitedHealth, ADP |
Wer aus jedem Rhythmus mindestens ein Unternehmen hält, bekommt in jedem Monat eine Dividende. Mit zwei oder drei Werten pro Rhythmus wird das Ganze robuster, falls ein Unternehmen seine Dividende einmal kürzt.
Ein Detail, das oft übersehen wird: Die Tabelle richtet sich nach dem Ex-Tag. Die Auszahlung selbst kommt einige Tage bis wenige Wochen später und kann deshalb in den Folgemonat rutschen. Für die Planung ist das egal, solange alle drei Rhythmen vertreten sind.
Und was ist mit Aktien, die monatlich zahlen?
Im S&P 500 gibt es nur drei echte Monatszahler, alle aus dem Immobilienbereich: Realty Income, Healthpeak Properties und UDR. Ihre Renditen liegen bei fünf bis sechs Prozent. Das klingt bequem, aber ein Depot nur aus Immobilienwerten wäre sehr einseitig und hängt stark an den Zinsen. Ich sehe sie deshalb höchstens als Beimischung, nicht als Fundament.
Deutsche und US-Aktien kombinieren
Am besten funktioniert für mich die Kombination: Deutsche Werte liefern die großen Zahlungen im Frühjahr, die US-Quartalszahler füllen die übrigen Monate. Wer zusätzlich Werte aus MDAX und SDAX beimischt, verlängert die deutsche Saison bis in den Juli.
Was du bei US-Dividenden beachten musst
- Quellensteuer: Die USA behalten 15 Prozent ein, wenn das Formular W-8BEN bei deinem Broker hinterlegt ist. Diese 15 Prozent werden auf die deutsche Abgeltungsteuer angerechnet. Mehr unter Quellensteuer.
- Währung: Die Dividende kommt in Dollar und wird in Euro umgerechnet. Schwankt der Kurs, schwankt auch deine Zahlung in Euro.
- Gebühren: Manche Banken verlangen Gebühren für Dividendengutschriften aus dem Ausland. Bei vielen kleinen Zahlungen lohnt ein Blick ins Preisverzeichnis.
- Qualität vor Termin: Ein Unternehmen nur wegen seines Zahlungsmonats zu kaufen, ist keine gute Idee. Zuerst muss die Aktie überzeugen, dann kommt der Kalender.
Alle Termine
Ex-Tage aller 401 Dividendenzahler im S&P 500
Im Kalender siehst du für jede Aktie, zu welchem Rhythmus sie gehört und wann der nächste Ex-Tag ist.
Zum S&P-500-Kalender →Wie viel Kapital du für eine bestimmte monatliche Dividende brauchst, rechne ich im Artikel 100, 500 oder 1.000 Euro Dividende im Monat vor, oder du nutzt direkt den Dividenden-Rechner.
Keine Anlageberatung. Die genannten Unternehmen dienen nur als Beispiele für die Zahlungsrhythmen.

