Jeden Monat Geld aufs Konto, ohne dafür zu arbeiten: Das ist für viele der Grund, mit Dividendenaktien anzufangen. Aber wie viel Kapital braucht man dafür wirklich? Ich habe es für 100, 250, 500 und 1.000 Euro im Monat durchgerechnet, und zwar nach Steuern. Denn genau da liegt der Unterschied, den viele Rechnungen im Netz unterschlagen.
Die kurze Antwort
Bei einer Dividendenrendite von 3,5 Prozent brauchst du für 100 Euro netto im Monat rund 36.000 Euro, für 500 Euro rund 223.000 Euro und für 1.000 Euro rund 455.000 Euro. Dabei ist der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro für Alleinstehende schon berücksichtigt.
Die Tabelle: Kapital nach Rendite und Wunsch-Dividende
| Netto pro Monat | bei 2,5 % Rendite | bei 3,5 % Rendite | bei 4,5 % Rendite |
|---|---|---|---|
| 100 € | 51.000 € | 36.000 € | 28.000 € |
| 250 € | 149.000 € | 106.000 € | 83.000 € |
| 500 € | 312.000 € | 223.000 € | 173.000 € |
| 1.000 € | 638.000 € | 455.000 € | 354.000 € |
Du siehst sofort: Die ersten 100 Euro im Monat sind vergleichsweise günstig, weil sie fast komplett in den Pauschbetrag fallen. Danach schlägt die Steuer voll zu, und jeder weitere Euro netto kostet deutlich mehr Kapital. Verheiratete haben mit 2.000 Euro Pauschbetrag einen doppelt so großen steuerfreien Bereich.
Warum ich nicht einfach mit 6 Prozent rechne
Mit einer höheren Rendite schrumpft das benötigte Kapital schnell. Mit 6 oder 7 Prozent sähe die Tabelle viel freundlicher aus. Das Problem: So hohe Renditen entstehen oft, weil der Kurs einer Aktie gefallen ist und der Markt mit einer Dividendenkürzung rechnet. In meiner Auswertung der 96 Aktien mit über 4 Prozent Rendite hat gut jede vierte ihre Dividende zuletzt sogar gesenkt.
Ein Depot mit 3 bis 4 Prozent Rendite aus soliden Unternehmen halte ich für realistisch. Der Durchschnitt im DAX liegt bei rund 2,5 Prozent.
Wie lange dauert es, bis ich dort bin?
Kaum jemand hat 200.000 Euro einfach so auf dem Konto. Der realistische Weg ist ein Sparplan, bei dem die Dividenden immer wieder angelegt werden. Ein Beispiel aus meinem Rechner:
- 10.000 Euro Startkapital
- 250 Euro Sparrate pro Monat
- 3 Prozent Dividendenrendite, Dividende und Kurs wachsen jährlich um 5 Prozent
- Dividenden nach Steuern werden wieder angelegt
Nach 20 Jahren hast du 70.000 Euro selbst eingezahlt, das Depot ist im Modell aber rund 185.000 Euro wert und zahlt etwa 340 Euro netto im Monat. Das ist der Zinseszinseffekt: Die Dividenden kaufen neue Aktien, die selbst wieder Dividenden zahlen. In den letzten Jahren wächst die monatliche Zahlung dadurch deutlich schneller als am Anfang.
Natürlich ist das ein vereinfachtes Modell. Echte Kurse schwanken, und Dividenden können auch gekürzt werden. Als Orientierung, in welcher Größenordnung man denkt, hilft es trotzdem.
Selbst ausrechnen
Deine Zahlen im Dividenden-Rechner
Gib dein Kapital, deine Wunsch-Dividende oder deinen Sparplan ein und sieh sofort, was nach Steuern übrig bleibt.
Zum Dividenden-Rechner →Drei Tipps, damit es schneller geht
- Freistellungsauftrag einrichten: Ohne ihn zieht die Bank sofort Steuern ab, auch auf die ersten 1.000 Euro. Mehr dazu unter Abgeltungsteuer und Freistellungsauftrag.
- Auf Dividendenwachstum achten: Ein Unternehmen, das seine Dividende jedes Jahr um 8 bis 10 Prozent erhöht, verdoppelt sie in sieben bis neun Jahren. Das bringt langfristig oft mehr als eine hohe Startrendite.
- Zahltermine verteilen: Deutsche Aktien zahlen fast alle im Frühjahr. Mit US-Aktien, die vierteljährlich ausschütten, kommt das Geld über das ganze Jahr. Wann was fließt, zeigen meine Dividendenkalender.
Alle Berechnungen sind vereinfachte Modellrechnungen und keine Anlage- oder Steuerberatung.


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