Die Hannover Rück bringt heute eine Dividendenrendite von gut 4,5 %. Wer die Aktie aber schon Ende 2016 gekauft hat, bekommt auf seinen damaligen Kaufpreis 12,1 % – fast dreimal so viel. Diese persönliche Rendite heißt Yield on Cost, und sie ist für mich einer der stärksten Gründe, Dividendenaktien lange zu halten.
Was ist die Yield on Cost?
Die normale Dividendenrendite teilt die Dividende durch den aktuellen Kurs. Die Yield on Cost teilt sie durch deinen Kaufkurs:
Yield on Cost = heutige Dividende je Aktie ÷ dein Kaufkurs × 100
Ein Beispiel: Du kaufst eine Aktie für 50 €, die 2 € Dividende zahlt – das sind 4 %. Verdoppelt das Unternehmen die Dividende in den nächsten Jahren auf 4 €, liegt deine Yield on Cost bei 8 %, ganz egal, wo der Kurs inzwischen steht.
Die Spitzenreiter: Kauf Ende 2016
Die DSW hat in ihrer Dividendenstudie 2026 ausgerechnet, welche Yield on Cost Anleger heute haben, die Ende 2016 eingestiegen sind:
| Unternehmen | Yield on Cost 2026 |
|---|---|
| Mutares | 19,2 % |
| Rheinmetall | 17,8 % |
| Atoss Software | 16,5 % |
| Münchener Rück | 13,3 % |
| Hannover Rück | 12,1 % |
Und selbst der ganze DAX kommt auf eine Yield on Cost von 10,4 % – für alle, die 1996 eingestiegen sind.
Warum das so gut funktioniert
Der Treiber ist nicht die Startrendite, sondern das Dividendenwachstum. Die Allianz zum Beispiel hat ihre Dividende von 6,85 € im Jahr 2015 auf 17,10 € im Jahr 2026 erhöht – das Zweieinhalbfache. Wer damals gekauft hat, profitiert von jeder einzelnen Erhöhung, ohne einen Cent nachzulegen.
Der Haken
- Sie funktioniert nur mit steigenden Dividenden. Wer Ende 2016 BASF gekauft hat, bekommt heute mit 2,25 € je Aktie weniger Dividende als damals.
- Sie ist ein Blick zurück. Für die Entscheidung, ob du eine Aktie heute kaufst oder hältst, zählt die aktuelle Rendite. Die Yield on Cost sagt nur, wie gut deine damalige Entscheidung war.
- Du musst die schwachen Jahre aushalten. Wer 2020 im Corona-Crash verkauft hat, hat von den Erhöhungen danach nichts mehr.
Mein Fazit
Die Yield on Cost zeigt, warum ich lieber eine solide Dividende mit Wachstum kaufe als die höchste Rendite des Tages. Geduld ist an der Börse eine unterschätzte Zutat – das habe ich schon in der Backstube gelernt. Mehr dazu in Vom Bäcker zum Dividendeninvestor.
Und du? Welche Aktie würdest du zehn Jahre lang nicht anfassen? Schreib es mir in die Kommentare.
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