Wie viel Depot zahlt das?
Die Miete zahlt Vonovia, den Wocheneinkauf ein Supermarktkonzern und die Stromrechnung E.ON. Klingt verrückt? Genau das ist die Idee hinter diesem Gedankenspiel: Ich nehme die typischen Kosten eines Monats und frage für jeden Bereich, welche Dividendenaktie genau dieses Geld wieder zurückbringen könnte. Und wie viel ich dafür im Depot haben müsste.
Das Schöne daran: Bei jeder dieser Firmen bist du sowieso Kunde. Du zahlst ihnen jeden Monat Geld. Als Aktionär holst du dir einen Teil davon über die Dividende zurück.
So habe ich gerechnet
Die Kosten pro Bereich sind typische Durchschnittswerte für einen Haushalt, die Renditen der Stand Ende Oktober 2026. Alle Zahlen sind zunächst brutto, also vor Steuern – dazu weiter unten mehr.
1. Wohnen: Vonovia
Wer zur Miete wohnt, für den gibt es kaum eine passendere Aktie: Vonovia ist Deutschlands größter Vermieter. Die hohe Rendite kommt allerdings vor allem vom gefallenen Kurs, nicht von einer stark steigenden Dividende. Pluspunkt: Die Vonovia-Dividende wird derzeit aus dem steuerlichen Einlagekonto gezahlt und ist damit vorerst steuerfrei. Wohnen ist der teuerste Posten – und damit auch der größte Brocken im Depot.
2. Lebensmittel: Ahold Delhaize
Beim Einkaufen landet das Geld beim Supermarkt. Ahold Delhaize betreibt unter anderem Albert Heijn in den Niederlanden und Food Lion in den USA. Supermärkte sind ein typisches defensives Geschäft: Gegessen wird immer, auch in der Krise. Die Dividende wird zweimal im Jahr gezahlt.
3. Strom & Gas: E.ON
E.ON beliefert Millionen Haushalte mit Strom und Gas und betreibt einen großen Teil der deutschen Verteilnetze. Für 2025 gab es 0,57 € je Aktie, das Unternehmen will die Dividende jedes Jahr um bis zu 5 % erhöhen. Die Rendite ist nicht spektakulär, dafür ist das Geschäft gut planbar.
4. Handy & Internet: Deutsche Telekom
Der günstigste Posten in der Liste. Die Telekom hat ihre Dividende zuletzt von 0,90 € auf 1,00 € je Aktie angehoben. Mit knapp 20.000 € im Depot ist der Handyvertrag samt Internetanschluss abgedeckt – ein schönes erstes Etappenziel für alle, die gerade anfangen.
5. Versicherungen: Allianz
Haftpflicht, Hausrat, Kfz, Berufsunfähigkeit – die Beiträge summieren sich. Die Allianz ist Europas größter Versicherer und hat ihre Dividende 2026 auf 17,10 € je Aktie erhöht. Die Ausschüttung steigt seit Jahren zuverlässig.
6. Tanken & Mobilität: TotalEnergies
Wer Auto fährt, lässt jeden Monat Geld an der Zapfsäule. TotalEnergies betreibt Tankstellen in ganz Europa und baut parallel Ladesäulen und Ökostrom aus. Die Dividende wird viermal im Jahr gezahlt. Ölpreis und Energiewende machen die Aktie allerdings schwankungsanfälliger als die anderen Werte hier.
7. Essen gehen & Freizeit: McDonald’s
Mal mit der Familie essen gehen gehört für mich zum Leben dazu. McDonald’s hat über 40.000 Restaurants weltweit und erhöht seine Dividende seit fast 50 Jahren ohne Unterbrechung. Die Rendite ist niedriger, dafür wächst die Ausschüttung zuverlässig. Gezahlt wird jedes Quartal.
Grafik: Welcher Bereich braucht das meiste Kapital?
Gut zu sehen: Wohnen und Lebensmittel brauchen zusammen über die Hälfte des gesamten Kapitals. Handy und Versicherungen sind dagegen schnell abgedeckt.
Die Übersicht: Alles auf einen Blick
Die ehrliche Rechnung: Was bleibt nach Steuern?
→ aufs Konto kommen nur ca. 1.630 €
→ landen wirklich auf dem Konto
Wichtig für das Verständnis: „Brutto“ und „netto“ beziehen sich hier auf die Dividende, nicht auf das Depot. Die 602.000 € aus der Tabelle bringen dir 2.180 € Dividende im Monat – aber vor Steuern. Vom Finanzamt bekommst du davon nicht alles.
Die Rechnung dazu: 602.000 € Depot bringen 26.160 € Dividende im Jahr. Nach Abzug des Sparer-Pauschbetrags von 1.000 € werden auf den Rest 26,375 % Abgeltungsteuer inklusive Soli fällig (ohne Kirchensteuer). Das sind rund 6.640 € Steuern. Übrig bleiben etwa 19.500 € im Jahr – also nur rund 1.630 € im Monat.
Wer wirklich 2.180 € im Monat auf dem Konto haben möchte, muss also mehr Dividende kassieren, damit nach der Steuer noch genug übrig bleibt: rund 35.200 € im Jahr vor Steuern. Bei 4,3 % Rendite braucht es dafür ein Depot von rund 810.000 €. Merksatz: Die größere Zahl gehört zum Netto-Ziel – denn was das Finanzamt abzieht, musst du vorher zusätzlich verdienen.
Bei ausländischen Aktien kommt noch die Quellensteuer dazu: Die Niederlande behalten 15 % ein, die USA bei vorliegendem W-8BEN-Formular ebenfalls 15 % und Frankreich zunächst 25 %. Einen Teil davon rechnet deine Bank automatisch an, den Rest musst du dir teils mühsam zurückholen. Bei Vonovia sieht es dagegen gerade besonders gut aus, weil die Dividende vorerst steuerfrei fließt.
Warum du nicht nur diese 7 Aktien kaufen solltest
Sieben Einzelaktien sind zu wenig, um ein ganzes Leben darauf zu bauen. Ich würde jeden Lebensbereich lieber auf mehrere Firmen oder einen breiten Dividenden-ETF verteilen.
Was mir an der Rechnung trotzdem gefällt: Sie macht das große Ziel greifbar. 600.000 € klingen erstmal unerreichbar. Aber 19.500 € für Handy und Internet? Das schaffen viele in ein paar Jahren mit einem Sparplan. Dann der nächste Bereich, dann der übernächste. So wird aus einer riesigen Zahl eine Treppe aus kleinen Stufen.
Mein Fazit
Und du? Welchen Lebensbereich bezahlen deine Dividenden schon? Schreib es mir in die Kommentare. Das passende Reel dazu findest du übrigens auf Instagram unter Dividenden_regen.
Keine Anlageberatung. Renditen Stand Oktober 2026, Kosten sind Beispielwerte. Dividenden können gekürzt oder gestrichen werden.

